Johann Mattheson:
Die Stimme der Gesellschaft

Unser neues Opernprojekt in, mit und für Hamburg

Schirmherr: Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg

Ein einzigartiges Opernprojekt erwacht zu Beginn des Jahres 2027 als szenische Produktion im Hamburger St. Pauli Theater zum Leben: Rund um den Hamburger Komponisten Johann Mattheson und seine Zeitgenossen an der Oper am Gänsemarkt präsentieren wir ein maßgeschneidertes Opernpasticcio (Fassung: Andreas Küppers), das auf Johann Matthesons „Henrico IV.“ basiert und dieses nahezu vergessene Werk erstmals wieder zurück auf die Bühne holt. Dabei werden Musik und Libretto angereichert mit Ausschnitten aus Matthesons „Cleopatra“ und „Boris Goudenow“ sowie Werken von Christoph Graupner, Reinhard Keiser und Francesco Bartolomeo Conti. Speziell für das Projekt wird aktuell auch eine praktische Notenedition vorbereitet, die die in Originalhandschrift der Komponisten vorliegenden Werkausschnitte in ein modernes Notenbild überführt.

In Kooperation mit zahlreichen Hamburger Partner:innen entsteht eine interdisziplinäre und gesellschaftlich relevante Opernproduktion, in der Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft zusammenarbeiten. Die historische Kraft der Musik wird dabei mit heutigen Fragen von Vielfalt, Inklusion und sozialer Verantwortung verknüpft: Was kann Musik für unsere Gesellschaft leisten? Wie kann sie Menschen miteinander ins Gespräch bringen, Brücken zwischen unterschiedlichen Perspektiven bauen und neue Stimmen hörbar machen?

Im November kommen die Musiker:innen unseres europäischen Akademieprogramms Balthasar NOVA mit dem Balthasar-Neumann-Continuo, Solist:innen aus dem Balthasar-Neumann-Chor und einem Regieteam der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zusammen, um unter der Leitung von Andreas Küppers (Cembalo), Christoph Dangel (Violoncello) und Viktoria Holenok (Regie) das Pasticcio musikalisch und szenisch zu erarbeiten. Am 26.11.2026 werden im Anschluss an die Probenphase Ausschnitte aus dem Pasticcio speziell für Schüler:innen als Kinderoper auf dem LIFE HAMBURG Campus aufgeführt. Nach den Endproben im Januar 2027 kann das gesamte Werk in drei Vorstellungen im St. Pauli Theater auf der Reeperbahn erlebt werden.

Opernvorstellungen

15.01.2027 / 19:30 Uhr / Premiere
16.01.2027 / 19:30 Uhr
17.01.2027 / 18:00​ Uhr
St. Pauli Theater Hamburg​

​Agnes Kovacs, Sopran / Ella Marshall Smith, Sopran / Laura Richter, Sopran / Elena Müller, Sopran / Paula Rein, Alt / Johanna Backhaus, Alt / Fabian Kelly, Tenor / Mirko Ludwig, Tenor / Josua Bernbeck, Bass / Karl Soderstom, Bass
Balthasar NOVA / Balthasar-Neumann-Continuo
Viktoria Holenok, Regie / Sina Eichhorst, Bühne / Jana Schwinger, Kostüme / Andreas Küppers, Leitung

Tickets für die Premiere sowie die weiteren Vorstellungen sind hier erhältlich:

„’Die Stimme der Gesellschaft’ verbindet Wissenschaft, Kunst, Gesellschaft und Politik in einer interdisziplinären und gesellschaftlich relevanten Opernproduktion. Musikalische Basis sind Werke von Johann Mattheson, visionärer Hamburger Gesellschaftsreformer, Komponist und leidenschaftlicher Verfechter von Vielfalt und Bildung durch Musik. Seine historischen Initiativen – von öffentlichen Konzerten über die Stärkung der Rolle von Frauen bis hin zur Vermittlung moralischer Werte durch Kunst und Musik – haben die Hamburger Stadtgesellschaft nachhaltig geprägt.
Auf höchstem musikalischen Niveau gestalten Musiker:innen der Balthasar-Neumann-Ensembles das Projekt gemeinsam mit den europäischen Studierenden des Programms Balthasar NOVA. Dabei gibt es jungen Künstler:innen aus Hamburg und ganz Europa eine Stimme: Es ermutigt sie, ihre eigene künstlerische und gesellschaftliche Haltung zu entwickeln, ihre Visionen von einer besseren Gesellschaft und von einem neuen, solidarischen Europa und diese in die Gesellschaft hineinzutragen.
Ich freue mich sehr, die Schirmherrschaft für dieses wichtige und inspirierende Projekt zu übernehmen.”
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien Hamburg 

Über Johann Mattheson

Johann Mattheson (1681–1764) war Komponist, Sänger, Schriftsteller, Übersetzer, Diplomat und zählt zu den prägenden Hamburger Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Vor allem aber war er ein leidenschaftlicher Kommunikator und davon überzeugt, dass Musik Menschen zusammenbringen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann. Er setzte sich für einen breiten Zugang zu Kultur ein, stellte sich der Frage nach gesellschaftlicher Teilhabe und fand immer wieder neue Wege, seine Stimme hörbar zu machen.

Als Sänger prägte er mit seiner Stimme zwischen 1690 und 1705 das musikalische Geschehen an der Oper am Gänsemarkt entscheidend mit.
Als Komponist ließ er seine Stimme durch andere Musiker:innen sprechen und hinterließ ein bleibendes Erbe, das heute erkundet werden kann.
Als Schriftsteller nutzte er seine Stimme, um Wissen weiterzugeben und auf Missstände aufmerksam zu machen.
Als Übersetzer machte er die Stimmen anderer dort hörbar, wo sie aufgrund von Sprachbarrieren eigentlich stumm geblieben wären.
Als Diplomat setzte er seine Stimme ein, um politische Verbindungen über Landesgrenzen hinweg zu pflegen.

Wie kaum ein anderer Vertreter seiner Zeit stand Johann Mattheson für Vielfalt, Vision und Fortschritt. Sein außergewöhnlicher Lebensweg lädt dazu ein, sein künstlerisches, schriftstellerisches und diplomatisches Schaffen näher zu erkunden. Die historischen Initiativen dieser so wichtigen "Stimme der Gesellschaft" greifen wir aktiv auf, um eine gemeinsame Vision von einer besseren Gesellschaft und Zukunft lebendig werden zu lassen.

„ (...) allein die Ohren-Kützelung ist dann lange nicht der endliche Zweck, sondern Hertz, Seele und Verstand müssen (...) gerühret und gebessert werden.”
Johann Mattheson

Wir bedanken uns sehr herzlich für die großzügige Unterstützung durch die Europäische Union und den Musikstadtfonds der Behörde für Kultur und Medien Hamburg sowie bei allen weiteren Förderern und Kooperationspartnern, die dieses besondere Projekt ermöglichen.