Thomas Hengelbrock ist in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmetalent: Als Dirigent, Forscher und Musikvermittler in Personalunion begeistert er seit vielen Jahren ein internationales Publikum und die Fachpresse. Die tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem musikalischen Text, Sinn und Gehalt von Werken bildet den Mittelpunkt seiner epochen- und spartenübergreifenden Arbeit und zugleich die Basis für seine internationale Karriere. Regelmäßig fördert Thomas Hengelbrock vergessene und verloren geglaubte Werke zutage und ermöglicht erfrischende Neubegegnungen mit dem Standardrepertoire. Neben der historisch informierten Aufführung von Werken wie Wagners „Parsifal“ auf originalem Instrumentarium und Mascagnis „Cavalleria rusticana“ in der Urfassung widmet er sich insbesondere auch der Musik der unmittelbaren Gegenwart. Dabei arbeitet er eng mit zeitgenössischen Komponist:innen wie Jan Müller-Wieland, Wolfgang Rihm, Erkki-Sven Tüür, Jörg Widmann oder Simon Wills zusammen.
Seit über 30 Jahren feiert Thomas Hengelbrock als Gründer und künstlerischer Leiter mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles internationale Erfolge. Auch für Klangkörper wie die Wiener und Münchner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra und das Orchestre National de France ist er ein gefragter Partner. 2017 eröffnete Thomas Hengelbrock die Elbphilharmonie in Hamburg und dirigierte 2025 das Eröffnungskonzert der Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Palais Garnier in Paris. Seit September 2024 ist er der Musikalische Direktor des Orchestre de chambre de Paris.
Über seine Tätigkeit als Dirigent hinaus war Thomas Hengelbrock auch als Regisseur an zahlreichen Produktionen wie Purcells „Dido and Aeneas“ oder Mozarts „Don Giovanni“ beteiligt und arbeitet bei interdisziplinären Projekten mit Schauspieler:innen wie Klaus Maria Brandauer, Johanna Wokalek und Graham Valentine zusammen.
Thomas Hengelbrock engagiert sich besonders für das Fortbestehen der Kultur und die freischaffenden Musiker:innen in Europa. Darüber hinaus setzt er sich dafür ein, jungen Menschen einen Zugang zu Kunst und Kultur zu erschließen. In vielfältigen Akademie-Programmen fördert er junge Musiker:innen und teilt dort sein Wissen und seine Erfahrung. Für seine Verdienste wurde ihm 2016 der Herbert von Karajan Musikpreis verliehen.
Thomas Hengelbrock gibt Einblicke in die Arbeit mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles